Industry 4.0, Interviews, Smart Engineering & Services

Interview mit relayr: Equipment-as-a-Service – Was Unternehmen langfristig stark macht

Im Vorfeld des Online Events ScaleUp 360° Industrial IOT DACH haben wir ein paar Fragen über die Rolle von “Equipment-as-a-Service” -Lösungen an Denis Kim, Director of Sales DACH bei relayr gestellt.

we.CONECT: Hallo Herr Kim – in Ihrer Session “Equipment-as-a-Service – Was Unternehmen langfristig stark macht” im Rahmen der ScaleUp 360° Industrial IoT DACH sprechen Sie über das EaaS-Geschäftsmodell. Warum ist EaaS in der aktuellen Zeit so verheißungsvoll für Unternehmen?

Beim EaaS-Modell sind die Einnahmen über einen längeren Zeitraum hinweg planbar, stabil und verlässlich. Beim Modell mit Einmalzahlung verdienen Sie nur dann Geld, wenn Sie eine neue Anlage verkaufen. Dieses Szenario ist in Zeiten einer Rezession unwahrscheinlich. Im Gegensatz zum einmaligen Kauf bietet das EaaS-Modell die Möglichkeit, während der gesamten Lebensdauer Ihrer Anlage wiederkehrende Einnahmen zu erzielen.

Wenn Sie Ihren Kunden Zusatzleistungen mit Mehrwert bieten, schaffen Sie mehr Berührungspunkte, was zu einer engeren Beziehung führt und die Kundenzufriedenheit verbessert. So schaffen Sie es auch in Krisenzeiten, wenn die Gewinnung neuer Kunden enorm schwierig ist, Ihren Kundenstamm zu halten und regelmäßige Einnahmequellen zu erschließen.

we.CONECT: Inwiefern kann Equipment-as-a-Service IIoT-Technologie in Unternehmen fördern?

EaaS geht mit effizienteren Abläufen und einem einfacheren Finanzierungsmodell aber noch weiter. Anstatt eine hohe Investition in Maschinen zu tätigen, erhält der EaaS-Anbieter eine Gebühr für die Nutzung. Die Wartung von Geräten und Anlagen ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Dienstleistung.

Dank der einfachen Anbindung aller Arten von Geräten an das Internet der Dinge (IoT) wird EaaS auch praktikabler und erschwinglicher. Angeschlossene Sensoren können detaillierte Daten erfassen und übertragen, die den Dienstleister über die Leistung, den Materialzustand und Betriebsdetails der Geräte informieren und eine proaktive Wartung ermöglichen.

Kurz gesagt – IIoT macht das EaaS-Modell noch effizienter.

we.CONECT: Können Sie uns 1-2 Beispiele für Use Cases im Kontext EaaS nennen?

Ein Beispiel ist das Unternehmen Aluvation, mit dem wir ein „Heat-Treatment-as-a-Service“-Produkt entwickelt haben. Durch die Konzentration auf die drei wesentlichen Säulen Modularität, Konnektivität und Standardisierung führt das neue Geschäftsmodell von Aluvation zu großen Veränderungen in den Verfahren, mit denen die Automobilindustrie Aluminiumbauteile verarbeitet.

Die Vorteile für Aluvation: gesteigerte Umsätze dank des neuen EaaS-Geschäftsmodells, erhebliche Senkung von Transportkosten und anderen Logistikkosten sowie extrem kurze Markteinführungszeit.

we.CONECT: Welche Voraussetzung müssen für die Implementierung von EaaS gegeben sein? Gibt es Pitfalls, die Unternehmen kennen sollten?

Unternehmen, die sich mit EaaS beschäftigt haben, wissen, dass es Auswirkungen auf nahezu alle Geschäftsbereiche hat und für eine erfolgreiche Implementierung Veränderungen im gesamten Unternehmen notwendig sind. Die ganze Wertschöpfungskette von Planung, Forschung, Entwicklung, Fertigung, Marketing, Vertrieb und Service ist davon betroffen.

Gleich zu Beginn einer Geschäftsmodelltransformation sollten die Geschäftsziele definiert werden. Anschließend können Sie bestimmen, mit welchen Technologien Sie diese am besten erreichen. Wichtig ist es dabei, eine gute Strategie zu haben, um von den Vorteilen profitieren zu können und finanzielle Risiken auszuschließen.

we.CONECT: Mit Blick auf die Zukunft digitaler Fertigung – welchen Themen und Trends sehen Sie in den nächsten 12-18 Monaten am stärksten in den Mittelpunkt rücken?

Derzeit lässt sich ein Wandel in Richtung EaaS-Geschäftsmodelle beobachten. Verbesserte Produktqualität und Kundenbindung, effizientere Gestaltung interner Prozesse, finanzielle Vorteile durch geringere Ausfallzeiten sowie ein effizienterer Einsatz von Maschinen und Anlagen sind Argumente, die heute kein Unternehmen mehr ignorieren sollte. Gepaart mit einer modernen, vernetzten IT-Infrastruktur, ergeben sich so Möglichkeiten, die nächste industrielle Revolution als Chance für das eigene Wachstum zu nutzen.

we.CONECT: Vielen Dank Herr Kim für das Interview!

Verpassen Sie nicht ScaleUp 360° Industrial IOT DACH:

Der Digitalsummit für Entscheider aus den Bereichen Sales und Digitale Services der deutschsprachigen Industrie. Diskutieren Sie neue technologische Möglichkeiten im Service und neue Geschäftsmodelle durch smart Service Angebote im klassischen produzierenden Gewerbe mit 250+ Fachexperten an 2 Tagen.